Tony will nach draußen gehen und Freundschaften knüpfen. Der Elfjährige fühlt sich einsam, denn sein Leben findet ausschließlich zuhause statt. Weil er leuchtet, muss er sich immer in Sichtweise seiner Eltern aufhalten. Doch dann zieht Shelly mit ihrer Mutter in das Mehrfamilienhaus, in dem Tony lebt. Und Shelly sieht als erste, dass Tonys Leuchten eine einzigartige Gabe und keine unheilbare Krankheit ist. Tony wiederum kann sehen, was Shelly sich vorstellt, um sich alleine die Zeit zu vertreiben. Denn auch Shelly ist einsam. Im Schein von Shellys Taschenlampe wird das Innere einer Mülltonne zum Weltall, bunte Dinosaurier tauchen auf und magische Blumen beginnen zu wachsen. Tony erfährt das erste Mal im Leben echte Freundschaft. Und gemeinsam versuchen sie ein jahrhundertelang gehütetes Geheimnis um ihr Wohnhaus zu lüften, denn dort spukt es.
Der Puppentrickfilm entführt in eine magische Welt, die zwischen Wänden, Stufen und Fußböden darauf wartet, von Tony und Shelly und dem Publikum erkundet zu werden.
Fotos: eksystent Filmverleih, München
Der Film »beeindruckt schon in den ersten Minuten durch die handgemachten Figuren, die vor Details strotzende Szenerie und die Liebe zum Detail, die aus dem Stop-Motion-Verfahren hervorgeht. Die beiden Hauptcharaktere Tony und Shelly stellen einen spannenden Gegensatz dar. Während Tony mit seinen Helikopter-Eltern zu kämpfen hat, ist es bei Shelly eher sie, die sich um ihre verbitterte Mutter kümmern muss. Beide verbindet eine Abenteuerlust, eine Art Eskapismus vor dem, was sie zu Hause erwartet. Sie flüchten in ihre ganz eigene Welt, in der sie sie selbst sein können, ganz frei von den Sorgen des Alltags.«
Nils Zehnder, filmkritik.net, Erfurt
»Die Drehbuchautorin Jana Šrámková hat eine metaphernreiche Geschichte geschrieben, die vor allem vom Spannungsverhältnis zwischen Licht und Dunkelheit geprägt ist. Das betrifft nicht nur die inhaltliche, sondern auch die visuelle Ebene. Denn während die Lebenswelt der Erwachsenen oft trist und düster erscheint, ist die Welt der Kinder oft von Helligkeit und kräftigen Farben geprägt. Den beiden elfjährigen Protagonisten ist zugleich gemeinsam, dass sie beim Kampf gegen die Dunkelheit auf unterschiedliche Weise die Magie des Lichts einsetzen können.«
Reinhard Kleber, artechock.de, München
»Das Debüt von Filip Pošivač ... besticht durch seinen Sinn für Atmosphäre und ausdrucksstarke metaphorische Bilder. Tony kommt dabei eine große Bedeutung zu. Der Junge steht für Sehnsüchte, Träume und Freundlichkeit inmitten einer in jeder Hinsicht deutlich begrenzten Welt, die ihm keine Spielräume lässt. Dazu passt wunderbar die Festung, die Tony sich errichtet hat. Aus Kissen und Decken hat Tony sich in seinem Zimmer eine Höhle gebaut. So weit ist das nicht ungewöhnlich für Kinder.«
Stefan Stiletto, filmdienst.de, Bonn
»Die hinreißend originelle Stop-Motion-Animation ist nicht einfach eine buntere Version von etwas, das wir schon x-mal gesehen haben – die Puppen und ihre Lebenswelt sind expressiv und überraschend gestaltet. Pošivač nutzt hier die Möglichkeiten der Stop-Motion-Animation virtuos, um der Erzählung Tiefe zu geben und die komplizierte Wahrnehmungswelt der kindlichen Protagonisten greifbar zu machen, ohne sie zu plakativ zu verkaufen.«
Gini Brenner, Salzburger Nachrichten
»Eine zauberhafte Erzählung über Vielfalt und Toleranz sowie die Macht der Fantasie. Alles wurde in der Tradition alter tschechischer Animationsfilme mit handgefertigten Puppen gedreht und ist allein deshalb ein großes Kunstwerk. Das ist kein leichtes Popkorn-Kino, sondern kunstvolle Unterhaltung.«
Verena Schmöller, Münchner Merkur
»Mit großem Einfallsreichtum geht Regisseur Filip Pošivac an die Arbeit, arbeitet mit einer Liebe für Details und ungewöhnlichen Designs, macht – vergleichbar zu Shelly – Alltägliches zu etwas Besonderem. Tony, Shelly und das magische Licht mag vielleicht nicht die ganz große Spannung erzeugen, vor allem bei einem erwachsenen Publikum, das früh durchschaut, worauf das alles hinauslaufen wird. Aber der Animationsfilm ist so charmant, warmherzig und bezaubernd, dass man selbst mit leuchtenden Augen davor sitzt – auch ohne Spezialfähigkeit.«
Oliver Armknecht, film-rezensionen.de, München
» ... eine wunderbare Welt, in der jede Figur mit ihrer jeweiligen Charakteristik lebendig wird. Die Gesichter sind prägnant geformt, da sich in ihnen jedoch nur Augen und Mund bewegen, muss der Charakter rein optisch gleich erkennbar sein. Nur der alte Hausmeister verfügt über einen großen beweglichen Unterkiefer. Er ist auch die Figur, die zunächst als böse wahrgenommen wird – bis später klar wird, dass er alles in seiner Macht stehende tut, um das Haus zu schützen.«
Katrin Hoffmann, kinder-jugend-filmportal.de, Remscheid