Claé und Bruô sind Geheimagent*innen aus zwei verfeindeten Königreichen in einer von Riesen kontrollierten Welt. Im verzauberten Wald treffen sie aufeinander, streiten und merken nach und nach, dass sie eigentlich auf gemeinsamer Mission sind. Denn nur zusammen können sie die Perlimps finden, geheimnisvolle Kreaturen, die den Weg zum Frieden wissen. Dafür müssen die beiden ihre Differenzen überwinden und ihre Kräfte bündeln.
Die farbenprächtige Bildgestaltung, die Soundcollage, die ausdrucksstarke Synchronisation und die besondere Stimmung des Films machen ihn zu einem immersiven Erlebnis. Der Film behandelt eine Reihe von Themen und die Zuschauer*innen werden je nach eigenen Erfahrungen und Interessen verschiedene Schwerpunkte finden. Was passiert, wenn wir weiter Kriege führen und Wälder zerstören? Welche Verantwortung tragen wir für die Welt, in der wir leben? Ferner werden im Film Themen wie Rassismus, Diskriminierung und der Umgang mit Minderheiten verhandelt.
Wer, wenn nicht wir? Kinder retten die Welt!
Fotos: Film Verleih Gruppe, Zürich
»›Das Geheimnis der Perlimps‹ hat eine Menge zu erzählen. Der Animationsfilm ist ganz ähnlich wie ›Der Junge und die Welt‹ eine Reflexion über Kriege und Umweltzerstörung, Politik und Gesellschaft. Ein Staudamm für eine ›große Welle‹ wird gebaut, um die Energie für den Krieg gegen jene zu gewinnen, die hinter einer großen Mauer leben. Abreu bündelt in der fiktiven Welt seine Geschichte über Hass und Gleichgültigkeit, Gier und Macht wie unter einem Brennglas. Überladen oder gar bevormundend ist der Film dennoch nicht, weil all dies über die kindliche Erlebniswelt vermittelt wird.«
Stefan Stiletto, filmdienst.de, Bonn
»Ein Aspekt, der aber unfassbar kreativ ist und niemals langweilt, sind die verrückt bunten Farben und der interessante, einzigartige Animationsstil. Dieser ist zwar simpel, sieht aber wunderschön aus und fungiert als schöner Kontrast zu den üblichen Pixar und Disney Animationen. Durch diese bunten Farben und das Gefühl, welches sie rüberbringen, merkt man von Beginn an, dass die Geschichte in Lateinamerika spielt. Dieses Gefühl nur durch Farben zu erzeugen, ist unglaublich stark ...«
René Lentsch, moviebreak.de, Kassel
»Bemerkenswert ist, wie Abreu seinen Figuren eine kindliche Perspektive verleiht, akzentuiert dadurch, dass die Figuren auch von kindlichen Schauspielern gesprochen werden. Das erlaubt einen Blick auf die Welt durch die Augen absoluter Unschuld, was noch dadurch betont wird, als die beiden Hauptfiguren von ihren Königreichen erzählen und was sie eigentlich ausmacht. Was sie nicht erkennen, zumindest nicht gleich, ist, dass sie die zwei Seiten derselben Medaille sind – und sie alle sind bedroht von den Riesen, deren Welt von einer großen Mauer vom Rest abgetrennt ist.«
Peter Osteried, programmkino.de, Berlin
»Die größte Stärke des Films, der konsequent aus kindlicher Perspektive erzählt, ist die einfallsreiche visuelle und akustische Gestaltung mit leuchtenden Farben: Während bunte Schmetterlinge durch einen wilden Dschungel flattern oder die beiden Helden auf wundersame Weise einen breiten Fluss überqueren oder über einen Pfad der schwebenden Steine voranschreiten, bringt Abreu gelegentlich die fantasievollen Bilder zum Stillstand oder lässt sie nur in Zeitlupe ablaufen. Dann stellt sich immer wieder eine fast meditative Ruhe ein, ein Zustand des In-Sich-Gekehrtseins, der dann oft von sphärischen Klängen unterstrichen wird.«
Reinhard Kleber, kino-zeit.de, Mannheim
»Ein Fest für die Sinne ist das Werk ... allemal. Das sind von der bildenden Kunst inspirierte Szenen, die man so noch nicht auf der Leinwand gesehen hat und die bisweilen an das brasilianische Kino der Sechziger- und Siebzigerjahre erinnern. Der Sound unterstützt die visuelle Gestaltung atmosphärisch. Darauf kann und sollte man sich unbedingt einlassen, wenn man die Kunst des Kinos liebt.«
Verena Schmöller, Münchner Merkur
» ... anders als ›Avatar: The Way of Water‹ gelingt Abreu am Ende eine wirkliche Überraschung, weil sein Film neben allem politischen und umweltaktivistischen Inhalt ganz plötzlich auch eine sozialkritische Komponente erhält, stehen sich doch plötzlich nicht mehr zwei Wesen aus anderen Welten gegenüber, sondern zwei Kinder aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Das ist so überraschend wie gelungen und tatsächlich ein Grund, diesen Film wenigstens in Gedanken noch ein zweites Mal zu sehen.«
Axel Timo Purr, artechock.de, München