Ein Jahr lang begleitet der Film fünf junge Aktivist*innen: Quang ist für Fridays for Future in der Pressearbeit tätig. Zaza ist in der Krankenhausbewegung aktiv. Patricia setzt sich für die Enteignung großer Wohnkonzerne ein. Simin engagiert sich in der migrantischen Bewegung und Feline macht politische Kunst. In einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft zeigen sie für ihre Generation Wege auf, im Gespräch zu bleiben, die Stimme zu erheben und sich frei von Denkverboten für eine gerechtere Zukunft einzusetzen. Wie ein roter Faden erzählt der Film dabei immer wieder von den Gemeinsamkeiten zwischen den aktivistischen Unternehmungen: Alle haben ihr eigenes Thema, handeln aber auch zusammen. In ihrer gegenseitigen Unterstützung wird sichtbar, wie Zusammenhalt funktionieren kann und dass sie alles geben, um für ihre Überzeugungen einzutreten.
Ein filmisches Zeitdokument über gegenwärtige Protestkultur und den Mut, gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen.
Fotos: Neue Visionen Filmverleih, Berlin
»Was wir sehen, ist von Empathie geprägt und nicht vom kühlen Blick einer neutralen Beobachterin. Weil ihr die Protagonisten vertrauen, kann Joana Georgi sie präsentieren, wie sie sind: Eben nicht nur als Statement-Produzenten in Talkshows und auf Protestveranstaltungen, sondern auch als Menschen mit Sorgen, Humor und einem Alltag. In den Animationen von Carolina Iglesia wird immer wieder eingeblendet, wie sie sich online miteinander austauschen.«
Felix Müller, Berliner Morgenpost
»Der Verdienst des Filmes liegt darin, die linke großstädtische ›Generation Z‹ als eine zu zeigen, deren Engagement aus persönlicher Not entstanden ist: Klimakrise, trotz Bafög braucht es Nebenjobs, psychische Erkrankungen während der Pandemie sind nur einige Stichwörter. Obwohl die Porträtierten mit allerlei theoretischen Diskursen bewaffnet sind, wird klar, dass ihr Engagement keine Kopfgeburt ist. Vielleicht hilft dieser Blick bei der nächsten Generationsdebatte, die allzu schnell von der Spaltung der Gesellschaft spricht.«
Mathias Schulze, Mitteldeutsche Zeitung, Halle
»Interessant ist dabei vor allem, wenn Regisseurin Joana Georgi die privaten und persönlichen Seiten des Quintetts aufzeigt. Warum setzt sich jemand für diese Themen ein? Und wie gehen sie damit um, dass die Kämpfe immer wieder ohne Ergebnis bleiben? Niemals allein, immer zusammen berichtet dabei unter anderem von der Desillusionierung, wenn Protestaktionen ohne Folgen bleiben. Gleichzeitig betonen die fünf, wie wichtig es ist, diese Kämpfe fortzuführen, die in ihren Augen lebensnotwendig sind. Und gleich, ob man ihnen dabei im Einzelnen zustimmt oder nicht, es ist schon irgendwie imponierend, was sie alles auf sich nehmen und wie sie sich von den allgegenwärtigen Hindernissen nicht aufhalten lassen wollen, anstatt wie andere einfach nur über aktuelle Situationen zu jammern.«
Oliver Armknecht, film-rezensionen.de, München
»Dank des ungebrochenen Idealismus und Zusammenhalts ihrer Protagonistinnen, die Georgi aus ihrem direkten Umfeld rekrutiert hat, dürfte diese Botschaft beim Zielpublikum dann auch ankommen: In der Welt der Initiativen findet jeder seine Nische, also engagiert Euch, bevor es zu spät ist! Und wer nach Simin Jawabrehs Wutrede gegen die soziale Schieflage nicht sofort selbst auf die Straße gehen will, dem ist auch nicht mehr zu helfen.«
Corinna Götz, THE SPOT media & film, München
»Das Engagement der Aktivist*innen ist inspirierend, erfrischend und hoffnungsvoll. Ihr Zusammenhalt macht Mut. Gemeinsam schaffen sie Utopien einer Welt, in der alle Menschen frei leben können – ohne dabei naiv zu wirken. Georgi, selbst in sozialen Bewegungen organisiert, wirft einen authentischen Blick darauf, was es bedeutet, für eine gerechtere Welt zu kämpfen. Dafür brauche es kollektiven Zusammenhalt, sagt sie. Deshalb lautet ihr Appell: ›Organisiert euch an eurem Arbeitsplatz, in der Schule, im Studium, im Betrieb‹.«
Sarah Lasyan, taz nord, Bremen
»Der ohne Fördermittel oder Fernsehgelder zustande gekommene Dokumentarfilm zeugt gerade für ein Erstlingswerk von erstaunlich viel Selbstvertrauen und Souveränität; vielleicht liegt das auch an dem Quintett, das Joana Georgi porträtiert. Unter anderen Umständen könnte sich die Bezeichnung ›filmisches Denkmal‹ aufdrängen, doch in diesem Zusammenhang würde sie deplatziert wirken. Vermutlich wären Quang, Patricia, Simin, Zaza und Feline damit auch gar nicht einverstanden, weil das, was sie tun, für sie selbstverständlich ist.«
Tilmann P. Gangloff, Aachener Zeitung