Vor einigen Jahren veröffentlichte die Zeitschrift »Nature« eine Studie, die den wahrscheinlichen Zusammenbruch der Ökosysteme noch vor dem Jahr 2100 prognostiziert. Davon aufgerüttelt, machen sich der Aktivist Cyril Dion und die Schauspielerin Mélanie Laurent auf die Suche nach Initiativen, die daran arbeiten, den globalen ökologischen Kollaps aufzuhalten. In zehn verschiedenen Ländern der Welt besuchen sie ganz unterschiedliche Projekte. Sie sprechen mit Menschen, die in Bürgerbewegungen, internationalen Organisationen, Schulen oder der Landwirtschaft tätig sind, lernen ›Urban Farming‹ kennen und Städte mit lokaler Währung. Dabei wird schnell klar: Das Umdenken ist der Schlüssel zur Veränderung. Und: Weniger jedes einzelne Projekt, als vielmehr die Summe aller Ansätze führt uns in eine bessere Zukunft. Und so lautet die klare Botschaft des Films: Es ist nicht zu spät – wenn wir alle mitmachen.
Der Titel ist Programm: Ein Feel-Good-Dokumentarfilm trotz krisenhafter Prognosen.
Fotos: Pandora Filmverleih, Aschaffenburg
»Seit ein paar Jahren verlegen Dokumentarfilme zu Nachhaltigkeitsthemen ihre Perspektive von der Darstellung einer katastrophalen Gegenwart, die eine noch katastrophalere Zukunft nach sich ziehen wird, hin zu positiven Bestandsaufnahmen menschliches Handelns in unserer Gegenwart: Aktivitäten, die neue Wege beschreiten, die gegen Marktgesetze aufbegehren, mit der Umwelt kooperieren und diese nicht ausbeuten, die, summa summarum, zukunftsweisend sind. Es sind Dokumentarfilme, die einen Wechsel von der Katastrophenszenario-Variante hin zu einer Hoffnungsszenario-Variante vollziehen. ›Tomorrow‹ ist ein solcher Film.«
Thomas Klein, filmdienst.de, Bonn
»Auch wenn sich ›Tomorrow« einem lösungsorientierten Ansatz verschrieben hat, versäumen es Mélanie Laurent und Cyril Dion nicht, ganz nebenbei auch die Wurzel allen Übels zu benennen. Das geschieht glücklicher Weise sehr subtil. ›Der böse Kapitalismus‹ wäre eine viel zu plakative Aussage, doch das Fazit aus diesem Film kann kein anderes sein, als eben jenes Wirtschaftsmodell grundsätzlich in Frage zu stellen. Denn wann immer die Frage aufkommt, warum offensichtlich dysfunktionale Strukturen keine Veränderung erfahren, ist die Antwort eine ganz einfache: Weil eine kleine Hand voll Menschen vom Status Quo finanziell profitiert.« Sophie Charlotte Rieger, filmloewin.de, Berlin
»Den César als bester Dokumentarfilm heimste das Gemeinschaftsprojekt des Aktivisten Cyril Dion und der Schauspielerin Mélanie Laurent (›Inglorious Basterds‹, ›Enemy‹) ein. Ihre Formel: Schluss mit Pessimismus! Anstatt Schwarzmalerei und Untergangsstimmung zu verbreiten, suchen fünf Freunde nach Reform-Ansätzen und bereisen in ›Tomorrow‹ zehn Länder, um Lösungen statt Probleme anzubieten. Das ist ein superbes Konzept, das sich als Handlungsanleitung für Jedermann und damit als Lehrfilm für die Zukunft anbietet.«
Thorsten Krüger, kommsieh.de, München
»Statt mahnend mit dem Zeigefinger vor dem Gesicht des genervten Zuschauers herumzuwackeln besuchen die beiden Projekte, die auf der ganzen Welt verteilt sind. Faszinierend daran ist vor allem die Gegenüberstellung, die immer wieder stattfindet. Riesige Probleme auf der einen Seite, so wie mangelnde Bildung, aber auch Elend und Hunger in einigen Teilen der Welt. Auf der anderen Seite aber auch kleine Projekte wie selbstversorgende Farmen, die ohne all die technischen und biologischen Hilfsmittel auskommen, die für uns heute so selbstverständlich geworden sind.«
Sandra Scholz, moviebreak.de, Kassel
»Reisebilder aus dem Flugzeug, im Auto und zu Fuss unterteilen die inhaltlich aufeinander aufbauenden Kapitel. Die Filmemacher liessen sich dennoch nicht beirren, die starre Struktur wenn nötig aufzugeben und einen Schritt zurück zu einer der vorherigen Stationen zu gehen. So fügt sich der Film zu einer einleuchtenden Argumentation, bei der lediglich der Schluss einen Moment der Verwunderung hervorruft. Der letzte Satz «We can all change the world – tomorrow» wirkt wie ein Versuch, den Film mit einem Statement abzurunden. Warum aber erst morgen? Die ansonsten durchgehende Aufbruchsstimmung gerät hier einen Augenblick ins Stocken, was vom insgesamt äusserst aufrüttelnden, optimistisch stimmenden und motivierenden Gesamteindruck allerdings nicht wirklich ablenkt.«
Irène Unholz, filmbulletin.ch, Zürich
»Jedes einzelne der im Film angesprochenen Themengebiete und Projekte wäre es wert, viel ausführlicher behandelt zu werden. Ziel des Films ist es jedoch gar nicht, all diese Themen möglichst erschöpfend zu behandeln. Vielmehr soll eben dargestellt werden, dass Lösungen existieren, dass es weltweit schlaue und kreative Köpfe gibt, die an den Problemen arbeiten und dass die Art und Weise, wie viele Dinge bisher gelaufen sind, eben keinesfalls in Stein gemeißelt ist. Ja, Veränderungen brauchen natürlich ihre Zeit. Gleichzeig macht Tomorrow aber auch deutlich, dass wirklich jede/r Einzelne dazu beitragen kann, die wichtigen Probleme unserer Zeit in den Griff zu bekommen. Das ist dann trotz aller Schreckensbotschaften, die das aktuelle Weltgeschehen bereithält, tatsächlich eine äußerst positive, ermutigende Botschaft.« Maximilian Schröter, film-rezensionen.de, München