Seit den Olympischen Sommerspielen von Paris 2024 ist Breaking olympisch. Der Tanzstil, der Athletik- und Akrobatik-Elemente miteinander verbindet, hat seinen Ursprung im New York der 1970er Jahre. Im Stadtteil Bronx traten damals Schwarze und puerto-ricanische Jugendliche in Tanz-Battles gegeneinander an. Über die Jahre hat sich Breaking weiterentwickelt. Für die einen zur Kunstform, für die anderen zum Wettkampfsport. Für viele ist es beides. So auch für B-Girl Joanna aus Dresden und B-Boy Serhat aus München. Sie sind Teil des deutschen Kaders und hoffen, es als eine der wenigen nach Paris zu schaffen. Der Dokumentarfilm begleitet die beiden bei den Vorbereitungen auf ihre bisher größte sportliche Herausforderung und gibt Einblicke in ihren Alltag – zwischen Training, Studium und Familie, Erfolgen und Niederlagen. Höhepunkte für die zwei, wie auch für das Publikum, sind die Breakdance-Battles. Wenn sie tanzen, tanzt die Kamera mit.
»2Unbreakable« macht einen Spagat – zwischen Breakdance-Kultur und System Olympia.
Fotos: CineGlobal Filmverleih, München
»2Unbreakable‹ erzählt eindrucksvoll von erfolgreicher Integration. Joanna stammt aus Bulgarien und jongliert ihr Leben bewundernswert leichtfüßig zwischen Studium, Ersatzmutter einer Fünfjährigen und der Liebe zum Tanz. Der in München aufgewachsene Uigure Serhat setzt sich gegen Menschenrechtsverletzungen in China ein und zieht seine Kraft aus dem Breaking, diesem einzigartigen Mix aus Kunst und Sport.« Florian Koch, Dresdner Neueste Nachrichten
»Der Film zeigt den Zusammenhalt in den Crews, die harte Arbeit und die Wettbewerbe, bei denen Musik, Zuschauer und Tänzer zu einer energetischen Einheit verschmelzen. Er gibt dem Breaken Raum, präsentiert die beeindruckende Akrobatik und vollendete Coolness. Auf der Bühne angekommen, geht es los: Virtuos dreht sich Perhat im Kopfstand um die eigene Achse, stützt sich auf beide Hände, friert in dieser Position für einige Momente ein und springt auf. Inzwischen ist der Traum von den Olympischen Spielen für Perhat und Mintcheva geplatzt. Doch im Film wird deutlich: Dabei sein ist nicht alles, die Show geht weiter.«
Julian Sieler, Süddeutsche Zeitung, München
»Wir erleben die beiden beim Gewinnen und beim Verlieren. Aber vor allem sehen wir sie beim Weitermachen und beim immer wieder Aufstehen, während sie sich der Kunst des Breakdance hingeben. Dabei erscheint Breakdance gleichermaßen als kompetitive sportliche Herausforderung wie als kreativer Entfaltungsraum. Ästhetik und Akrobatik gehen hier Hand in Hand. Viel mehr als in anderen olympischen Disziplinen gehen Ausdruck und Originalität in die Bewertung ein. ›2Unbreakable‹ macht daher nicht nur die Faszination für eine einzigartige Form des Tanzes erfahrbar, sondern vor allem auch einen Raum für Selbstausdruck. Einen Raum, der getragen ist vom Austausch der Tänzer*innen und von ihrem besonderen gegenseitigen Respekt.«
Viviana Medina, kinder-jugend-filmportal.de, Remscheid
»Conways schnell geschnittener Kinodokumentarfilm wechselt immer wieder zwischen den beiden Hauptfiguren hin und her, zeigt sie im Alltag, mit ihren Familien, beim Training und bei den Wettbewerben. Vor allem wenn die agile Kamera von Tobias Tempel die Tänzer*innen bei ihren gewagten Sprüngen, akrobatischen Verrenkungen und rasanten Kopfstand-Piroutten in Aktion zeigt, sorgt der Soundtrack mit packenden HipHop-Beats für gute Laune und dürfte manche Zuschauende zum Mitwippen anregen.
2Unbreakable ist gleichwohl kein glatt gebügeltes Loblied über erfolgsverwöhnte sportliche Superhelden, sondern das filmische Doppelporträt zweier hartnäckiger Tanzbegeisterter, die Rückschläge und Niederlagen einstecken und ihren Weg zwischen professionellen Ambitionen und familiären Erwartungen finden müssen.«
Reinhard Kleber, kino-zeit.de, Mannheim
»Joanna und Serhat beim Erwachsenwerden zuzusehen, ist mindestens ebenso spannend, wie ihre Tanzkünste auf der großen Leinwand bewundern zu können. Selbst nach Rückschlägen stecken sie nicht auf und werden nie verbittert, weil sie sich selbst und die Konkurrenz stets erstaunlich realistisch einschätzen. Eine davon, die für einen kurzen Augenblick im Hintergrund zu sehen ist, ist B-Girl Jilou. Im Gegensatz zu Serhat und Joanna hat sie ihr Olympia-Ticket ziemlich sicher gebucht.«
Falk Straub, spielfilm.de, Nierstein
»Von solchen persönlichen Momenten lebt der Dokumentarfilm dann auch und macht ihn für ein Publikum sehenswert, das sich selbst gar nicht für den Sport interessiert. 2unbreakable ist ein sehr menschlicher Beitrag, der die Geschichte dahinter sucht. Tanzszenen gibt es natürlich aber auch. Schließlich sollen die Zuschauer und Zuschauerinnen sehen, worum es bei dem Ganzen eigentlich geht. Regisseurin Maike Conway, die schon mehrere Dokus zu dem Thema gedreht hat, weiß schließlich, wie so etwas auszusehen hat.«
Oliver Armknecht, film-rezensionen.de, München
»Ein üppiges Budget hatte die Produktion nicht, Kameramann Tobias Tempel, Tonmann Björn Rothe und Editor Hauke von Stietencron arbeiteten zu einem Freundschaftspreis. Das Thema Musik war besonders heikel: Bekanntermaßen müssen Musikrechte bei Kinofilmen für jedes einzelne Stück erworben werden, anders als beim Fernsehen, wo man alle GEMA-Musik nutzen darf. ›Für die Originalmusik, die bei den Battles zu hören war, wäre es zu kompliziert und teuer gewesen, die Rechte zu erwerben. Also musste ich Musik finden, die passt und bezahlbar war. Unser Editor hat diese neue Musik dann auf die Battles geschnitten. Das war sehr aufwändig, aber nötig‹, so Conway. Das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen. Auch mit kleinem Budget entstehen große Filme, wenn alle mit Herzblut dabei sind und im selben Takt tanzen.«
Barbara Schuster, The Spot media & film, München