Radical – Eine Klasse für sich

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Radical – Eine Klasse für sich
Radical

USA, Mexiko 2022 / Spielfilm / 126 Minuten / 7.-13. Jahrgangsstufe

Inhalt

Die Schüler*innen der José Urbina Lopez-Grundschule in Matamoros haben viel um die Ohren: Während Nico schon einen Fuß in der Tür einer Drogenbande hat, kümmert sich Lupe um seine ganze Familie und Mathe-Genie Paloma um den kranken Vater. Der Schulunterricht zielt auf Gehorsam und Disziplin ab. Da die sechste Klasse als leistungsschwächster Jahrgang Mexikos gilt, sollen sie umso intensiver auf die nationale ENLACE-Prüfung vorbereitet werden. Doch ihr neuer Lehrer hält gar nichts von Frontalunterricht und Auswendiglernen: Die Kinder sollen denken, kreativ sein, Lösungen finden. Sergio Juárez Correa eckt mit seinen unüblichen Lehrmethoden in Kollegium und Schulamt an, findet im Direktor der Schule aber bald einen Unterstützer: Beiden geht es um das Wohl jedes einzelnen Kindes, seinen jeweiligen Fähigkeiten und darum, seinen Träumen ein Stückchen näher zu kommen.

Vom Einfluss eines engagierten Lehrers auf seine Schüler*innen – inspiriert von einer wahren Geschichte.

Fotos: Ascot Elite Entertainment, Zürich

Themen

Familie   |  Schule   |  Schulsystem   |  Zukunftschancen   |  Gesellschaft   |  Konflikte   |  Erwachsenwerden   |  Gemeinschaft   |  Identitätsfindung   |  Kapitalismus

Fächer

Deutsch   |  Spanisch   |  Politische Bildung   |  Demokratiebildung   |  L-E-R   |  Gesellschaftswissenschaften

»Der Film welcher für einige Zeit als potenzieller Anwärter auf einen Oscar gehandelt wurde, reduziert eine allseits bekannte und größtenteils ausgereizte Narration auf ihr Wesentliches. Es handelt von einem Lehrer, der in einer Problemschule seinen Schülern trotz aller externen und internen Widrigkeiten etwas über das Leben beibringt – sozusagen ein Club der toten Dichter in Mexiko. Brauchen wir das wirklich? Ja. Denn auch wenn die Handlung, die auf einer wahren Geschichte basiert, nichts Neues erzählt, ist es die Art und Weise, wie sie erzählt wird, die den Film so gut und sehenswert macht. Es sind die Unterschiede, die Radical zu einem Highlight des deutschen Kino-Frühjahrs [2024] machen.«
Sebastian Groß, moviebreak.de,

»Regisseur Christopher Zalla hat mit ›Radical‹ ein schimmerndes Juwel geschaffen, einen zärtlichen Film voller lebensbejahender Energie und ohne jede Spur von kitschiger Schulromantik. Im Unterschied zu Filmen wie ›Der Club der toten Dichter‹, in denen einzelnen Lehrern das Kunststück einer Revolution gelingt, spielt ›Radical‹ eine philosophische Idee durch, ohne in verkopftes Thesenkino abzugleiten. Der soziokulturelle Hintergrund der Kinder fließt ganz selbstverständlich mit ein, ohne dass die widrigen Umstände in den Vordergrund gerückt würden. ›Radical‹ ist lebendig, ein im Werden begriffener Film, weil die Figuren sich verwandeln und emanzipieren.«
Sebastian Seidler, filmdienst.de, Bonn

»In ihrem Lehrer hat die Klasse einen Verbündeten, der von ihnen hinzulernen will. Seine Methoden stoßen derweil im Kollegium auf Ablehnung. Nur den naschhaften Schulleiter Chucho, dessen Leibesfülle Sergio eingangs in das Experiment einspannte, zieht er auf seine Seite. Chuchos anfängliche Warnung, nicht ins Wespennest zu stechen, muss man leider im Kopf behalten. Denn Sergio stiftet Unruhe. Sein Unterricht bereitet die Klasse aufs Leben vor: Er versetzt sie in die Lage, einen Anspruch auf die Zukunft zu erheben. Das jedoch war bisher in Matamoros nicht vorgesehen – die meisten Kinder besuchten nach Abschluss der sechsten Klasse keine weiterführende Schule mehr. Sergio will sich nicht damit abfinden, dass Bildung eine Sackgasse bleiben soll. Im furiosen Finale gilt es, die Klasse durch die Prüfung zu führen. Und danach darf ihre Wissbegier nicht erlöschen.«
Gerhard Midding, epd film, Frankfurt/Main

»Viel Zeit verwendet ›Radical‹ auf die erste richtige Unterrichtsstunde, sieht zu, wie der Lehrer eine Verbindung zu den Kindern aufbaut, indem er ihnen Vertrauen schenkt, wie das Interesse der Schüler geweckt wird, sie sich dann allein an die Lösung der Physik- und Mathe-Aufgaben machen. Nicht nur sie sind überrascht von ihren eigenen Fähigkeiten, auch der restliche Lehrkörper sieht sich herausgefordert. Während die Kinder also versuchen, das neu Gelernte mit ihrem Lebensalltag zu verbinden, jeder für sich angepasst an seiner besonderen Situation, erfährt man nach und nach auch mehr über den enigmatischen Senor Juarez, ein Idealist in einer zynischen Welt, die es Idealisten nicht leichtmacht.«
Thomas Schultze, The Spot, media & film, München

»Dass es auch in Mexiko einen beson­deren Lehrer braucht, um besondere Schüler mit einer ganz beson­deren Moti­va­tion zu prägen, ist nicht sonder­lich über­ra­schend. Auch ansonsten über­rascht Zallas im Kern als Feelgood-Movie ange­legter Film trotz seiner düsteren sozi­al­rea­lis­ti­schen Ausflüge eigent­lich nicht, wird schnell deutlich, dass wir uns hier auf einer klas­si­schen Helden­reise den Fluss hinab bewegen. Doch Vorher­seh­bar­keit ist nur ein Kriterium, ... viel wichtiger sind hier die ethno­gra­fi­schen Details und die vor der Kamera reali­sierte Umsetzung der unge­wöhn­li­chen Reform­pä­d­agogik, die immer wieder berührt und: über­rascht! [...] Zalla bleibt aller­dings trotz aller Erfolge bis zum Schluss Realist, der klar macht, dass ein System zu verändern sehr viel schwie­riger ist, als seine Kinder zu verändern.
Axel Timo Purr, artechock.de, München

»Super ist die Episode, in der die Klasse in einem Kreis sitzt und über Ethik diskutiert, während der Schulinspektor vorbeischaut. In einer Minute erfährt der Oberaufseher so alles, was man über die Tabuthemen Korruption, Abtreibung und Verhütung wissen muss, erklärt von Sechstklässlern. ›Radical‹, der auf dem Sundance-Festival 2023 den Publikumspreis gewann, wird in manchen Besprechungen auch als Feel-Good-Film verkauft, was wohl daran liegen mag, dass, wenn man dem Film Böses unterstellen will, er eine Aufsteigergeschichte erzählt, aber das ist noch nicht mal die halbe Wahrheit. Eigentlich zeigt er, wie abgefuckt eine Welt ist, in der meistens gewinnt, wer am besten aufs Funktionieren abgerichtet ist.«
Christin Odoj, nd, Berlin

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