Jeden Tag entstehen 300 Millionen Fotos und über eine Milliarde Videos. Ausgehend von der Faszination der allerersten Bilder spannt der Film einen Bogen von kinematografischen Gehversuchen über die Blütezeit des Fernsehens bis zur heutigen Bilderflut von TikTok & Co. Dabei fragt der dokumentarische Essay, was wir mit der Vielzahl der Bilder und Videos in unserem Leben machen und beleuchtet die Gemachtheit aller Bilder, ihre Wirkung, in manchen Fällen auch ihre bewusste Manipulation und den Kommerz, der antreibt, Bilder zu produzieren und sich damit darzustellen. Da wir alle selbst Teil dieser Bilder- und Videowelt sind, lädt der Film zugleich ein, über eigene Grenzen Wahrnehmungsveränderungen und moralische Fragen im Umgang mit Bildern zu diskutieren. In seiner Ergründung der Faszination am bewegten Bild präsentiert uns der Film dabei in gewisser Weise selbst ein visuelles Spektakel.
Ein Sog in die Film- und Mediengeschichte mit found footage-Material und raffinierter Montage.
Fotos: Little Dream Pictures GmbH, Hamburg
»Immer wieder führt uns Fantastic Machine effektiv vor, dass es auch vor KI-Bildern und allem, was da in dieser Hinsicht aktuell noch auf uns zukommt, schon fahrlässig gewesen wäre, Fotos und Videos nicht erst einmal kritischer zu betrachten, ehe wir sie als Realität oder neutrale Perspektive annehmen. Und dass es längst überfällig ist, Kindern bereits in der Schule mehr Werkzeuge und Wissen an die Hand zu geben, Authentizität und Intention bildhafter Medien vernünftig einschätzen zu lernen. Dieses Anliegen haben die Regisseure nicht nur in Interviews mehrfach geäußert, sie sind außerdem Teil eines Unesco-Programms zur Förderung von Bildung im Bereich Medienkompetenz.«
Daniel Pook, golem.de, Berlin
»Doch wie ist aus einer optischen Erfindung von ein paar Tüftlern ein Massenmedium geworden, ohne das wir scheinbar nicht mehr leben können? Das uns beherrscht und unter dessen Missbrauch wir physisch und psychisch leiden, so dass man von einer selbstzerstörerischen Sucht nach Bildern sprechen muss? Für diese und weitere wichtige Fragen präsentiert diese Dokumentation überzeugende, manchmal entlarvende Antworten. Sie sind spannend, schockierend, komisch, traurig, jedoch immer höchst amüsant. Denn, wie sollte es anders sein, als Dokumentarfilm zeigt und analysiert er die Macht der Bilder auch wieder nur mit mächtigen, verführerischen Bildern. Egal, wie kritisch der Off-Kommentar sie einordnet.«
Viktoria Oppenhoff, artechock.de, München
»Der Film macht ... zumindest in Teilen genau das, was er problematisiert: Er inszeniert und suggeriert Zusammenhänge, wo nur ergänzendes Wissen trennscharfe Unterscheidungen vornehmen könnte. Damit fordert der Film das Vertrauen ein, dass die Bilder, die wir sehen, sich tatsächlich sinnvoll und ohne Verfälschung und Verdrehung in einem Puzzle zusammenfügen, das der Film selbst nur unvollständig wiedergibt (und wiedergeben kann). Sollen, können wir uns aber dem Film, seinen Schnitten und Suggestionen blind überlassen? Wo der Film doch offensiv gerade Inszenierung und Intention problematisiert und hinterfragt wissen will? [...] Eine Antwort liefert dieser Essay nicht, nur einen Anfang; Versuche eben. Am Ende wendet sich der Blick auf YouTuber, auf Live-Streaming in jeder denkbaren Variante, auf die Verschiebung der Aufmerksamkeit hin zu digitalen Bildern, ihrer ständigen Verfügbarkeit. Was macht das mit uns, was machen wir damit?«
Rochus Wolff, kino-zeit.de, Mannheim
»Das temporeiche und effektvoll mit Kommentaren und Musik unterlegte Kaleidoskop aus inszenierten Aufnahmen, gefundenen Archivbildern, YouTube-Trouvaillen, privaten Filmschnipseln unterhält, bringt zum Nachdenken, zum Staunen, zum Schmunzeln. Es bietet viele Einsichten in unseren Umgang mit den Bildmedien und konfrontiert uns mit unserem oft zwanghaften Verhältnis zu ihnen.«
Gunter Becker, fachjournalist.de, Berlin
»Gegen Ende bekommt die Zuschauer*in salvenartig ›found footage‹ aus dem Netz um die Ohren gehauen: grinsende Katzen, ein Paar, das ohne Sicherung auf einem Wolkenkratzer balanciert. Die Montage ist überfordernd – der Verstand kommt nicht nach, die Eindrücke zu verarbeiten, Affekt folgt Affekt. So funktioniert heute vieles, auch politische Polemik, bei der eine Metapher der anderen folgt, ohne auf das Eigentliche zu kommen [...] Mit dem Bilderbombardement bedient sich ›And the King Said …‹ einer Methode, die er kritisiert. Das ist elegant. Er macht angesichts der stetig wachsenden Masse von Bildern bewusst, was wirklich wichtig ist: zu hinterfragen, was, aber auch wie etwas zu sehen ist.«
Philipp Rhensius, taz, Berlin
» ... eine kluge Reflexion über die Macht der Bilder und die Manipulierbarkeit des Publikums, nun auch noch durch künstlich erzeugte Deep Fakes. Visuell ist der Film durch die Menge an Bildinformationen fordernd, inhaltlich absolut stringent. Die Regisseure bekommen die unzähligen Aspekte ihres Themas gut gebündelt und argumentieren schlüssig. Gut, wenn ein Dokumentarfilm wie dieser den Blick öffnet für Risiken und Nebenwirkungen des Bilder-Overkills.«
Walli Müller, NDR info, Hamburg
»Dass am Ende die Fotos auf der Golden Disc (Datenplatten mit Bild- und Audio-Informationen, an Bord der beiden 1977 gestarteten interstellaren Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2) gezeigt werden, stellt sich als Geniestreich heraus, schließlich resultieren weitere große Fragen. Wie sieht das grundsätzliche Verhältnis zwischen Mensch und Bildern aus? Welche Fotos würden wohl heutzutage ausgewählt werden, um die Menschheit in all ihrer Fülle und Komplexität zu repräsentieren? Wohl aber die wichtigste Frage beim Vergleich von dem Set der alten Voyager-Bilder mit hypothetischen neuen: Hat sich die Welt wirklich gebessert und fanden die Menschen durch Bilder näher zueinander?«
Michael Gasch, film-rezensionen.de, München