Üben, Üben, Üben

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Üben, Üben, Üben
Å Øve

Deutschland, Norwegen 2024 / Spielfilm / 78 Minuten / 8.-13. Jahrgangsstufe

Inhalt

Trine ist 18 Jahre alt, talentierte Trompeterin und Klimaaktivistin. Als sie zu einem Vorspiel ins Opernhaus nach Oslo eingeladen wird, ist das ihre große Chance. Doch wie soll sie, die nicht mit dem Flugzeug reisen möchte, in nur wenigen Tagen von ihrer Heimat auf den Lofoten in die 1.500 Kilometer entfernte Hauptstadt kommen? Trine trampt – mit ihrer Trompete auf dem Rücken und einer Tasche unterm Arm. Auf ihrer Reise durch die beeindruckende Landschaft Norwegens begegnet sie ganz unterschiedlichen Menschen. Die einen nehmen sie ein Stück mit dem Auto mit, andere bieten ihr einen Platz zum Schlafen an. Die Gespräche, die Trine mit ihnen führt, und die Orte, an denen sie unterwegs für ihr Vorspiel übt, konfrontieren die junge Frau immer wieder mit sich selbst und ihren Überzeugungen. Und lassen Themen des Umweltschutzes, Fragen des Miteinanders und das Erleben von inneren wie äußeren Konflikten ineinanderfließen.

Ein musikalisches Roadmovie, das Ideale einer jungen Erwachsenen in Zeiten der Klimakrise auf die Probe stellt.

Fotos: Arsenal Filmverleih, Tübingen

Themen

Klima-Aktivismus   |  Musik   |  Idealismus   |  Natur- und Umweltschutz   |  Selbstbestimmung   |  Roadmovie   |  Trampen   |  Verantwortung

Fächer

Deutsch   |  Musik   |  L-E-R   |  Demokratiebildung   |  Psychologie

»›Üben Üben Üben‹  ist ein Road Movie, durch das der Geist jüngerer Umweltbewegungen wie Fridays for Future, der Letzten Generation und Extinction Rebellion weht. Indem der Regisseur eine junge Skandinavierin, die ihre Wut über die Welt an einer Stelle zudem sehenswert in die Kamera brüllt, ins Zentrum seines Road Movies stellt, sind die Bezüge zu Greta Thunberg nicht von der Hand zu weisen. So wie die berühmteste Klimaaktivistin des Planeten vor ein paar Jahren spektakulär den Atlantik mit einer Segeljacht überquerte, um am UN-Klimagipfel in New York teilzunehmen, so durchquert Trine ganz unspektakulär Norwegen, um rechtzeitig zu einem Vorspielen zu kommen.«
Falk Straub, spielfilm.de, Nierstein

»›Üben Üben Üben‹ findet ein filmisches Bild, um die Lebenswirklichkeit junger Menschen zu zeigen, die versuchen, gegen eine Welt anzukommen, in der die Bequemlichkeit Einzelner sich auf die Zukunft aller auswirken kann. Aussagen im Sinne von ›Nach mir die Sintflut‹ oder ›Was kann denn ein Einzelner schon tun?‹, denen Trine auf die eine oder andere Weise immer wieder begegnet, lässt die junge Frau nicht gelten. Sie steht zu dem, was sie sich vorgenommen hat. Auch wenn diese bewundernswerte – und stellenweise etwas zu enervierende – Hartnäckigkeit mit Verzicht, Kampf und Konfrontation einhergeht.«
Anke Zeitz, kino-zeit.de, Mannheim

»Vor allem aber ist ›Üben üben üben‹ eine sinnliche Erfahrung – für die Protagonistin wie für das Publikum. Man genießt die norwegischen Landschaften in all ihrer rauen Pracht, auch wenn Trine im Laufe ihrer Reise die visuellen Reize immer weniger wahrnimmt, sondern vor der Umwelt vielmehr in Behausungen flüchten muss. Das Trompetenspiel ist jedoch eine Errungenschaft der Zivilisation und spricht vor allem Gefühle an, von denen sich Trine leiten lässt. Der Film ist somit eine Ode an die Natur und ihre Gewalten, aber auch an die Musik und an die Heldinnen, die ihren Weg konsequent bis zu Ende beschreiten.«
Kira Taszman, filmdienst.de, Bonn

»Ist Trine nun besonders idealistisch – oder besonders naiv? Im Gespräch mit einem Mann, der ausgerechnet auf einer Bohrinsel arbeitet, reagiert sie gereizt und steigt lieber im nächtlichen Niemandsland aus als weiter mit ihm zu reden. Verbohrt? Oder konsequent? Anhand dieser Figur kommt man selbst ins Grübeln über das eigene Handeln – seien es Konsequenz, die Bereitschaft zu Verzicht oder auch die Bereitschaft, anderen Positionen zuzuhören.«
Tobias Kessler, Saarbrücker Zeitung

»Das Einüben eines Musikinstruments und die erhoffte Karriere damit erfordern genau das, was der Titel ausgibt: stetiges Üben. Hindernisse, Rückschläge und Zweifel gehören stets dazu. Hier ergibt sich eine Parallele zum Kampf für die Umwelt und dem Einstehen für Prinzipien, denn auch hier braucht es Durchhaltevermögen und es müssen Widerstände überwunden werden. Genauso wie man Trine beim wiederholten Trompetenspiel zusieht, ihre Mund- und Atemübungen beobachtet und ihren Frust über misslungene Töne wahrnimmt, sieht man auch, wie sie sich mit ihrem Koffer durch die wilde Landschaft kämpft, immer wieder und oft erfolglos nach Mitfahr- und Übernachtungsgelegenheiten sucht und beständig ihre Haltung gegenüber anderen erklärt und verteidigt. Man mag Trines Verhalten hier und da als stur empfinden, doch wozu das mühsame Üben für die Musik­karriere, wenn man nicht auch darüber hinaus für seine Zukunft kämpft?«
Jannek Suhr, epd Film, Frankfurt/Main

»Der Wettlauf gegen die Zeit gibt dem 79-minütigen Roadmovie seine äußere Spannung. Das eigentliche Interesse von Regisseur Laurens Pérol gilt aber der inneren Bewegung seiner Protagonistin – und den Zufallsbegegnungen auf der Reise. Es ist eine Probe aufs Exempel, wie ernst es die junge Frau mit ihren Überzeugungen meint, eine Gewissensfrage zwischen der großen Karrierechance und dem konsequent klimaneutralen Leben.«
Marian Wilhelm, Der Standard, Wien

»Was den Film in der Realität verankert, ist das Autoradio. Jeden Tag hört man von einer Gerichtsverhandlung in Oslo, es gibt eine Klage von Greenpeace gegen Norwegen, um Ölbohrungen in der Barentssee zu verhindern. Das Urteil soll am selben Tag gefällt werden, an dem Trine ihr Vorspiel in Oslo hat. So bleibt das Verrinnen der Zeit präsent, das man gern vergisst, bei allem, was Trine sieht, erlebt, von sich selbst fordert. Gelegentlich glaubt man weder, dass sie Oslo erreichen wird, noch, dass sie Trompete spielen kann. Sie übt jeden Tag, sie steht dabei in Steinbrüchen, Wildbächen, Boxstudios, im Schnee und im Sonnenlicht, aber in ihrem Spiel hört man hauptsächlich das, was eben nicht klappt.«
Doris Kuhn, Süddeutsche Zeitung, München

»Laurens Pérol, der während der Arbeit am Drehbuch dieselbe Strecke wie Trine per Anhalter zurücklegte, hat sich entschlossen, zu den Premieren seines Films ebenfalls ausschließlich auf diese Weise oder per Bahn anzureisen. Das kann man als zweckmäßige oder überzeugende Promotion für den Film betrachten, anders verhält es sich mit jener kleinen Stimmübung, die der Regisseur vor Beginn mit dem Publikum ausführt. Als Therapie darf das lautstarke kollektive Experiment hinterfragt werden, in jedem Fall aber hilft es, wenig später die leisen Töne der auch akustischen Filmreise besser wahrzunehmen.«
Michael Pekler, Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, Dornbirn

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