Eternal you

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Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

Eternal you –
Vom Ende der Endlichkeit

Deutschland, USA 2024 / Dokumentarfilm / 90 Minuten / 9.-13. Jahrgangsstufe

Inhalt

Zahlreiche Startups stecken in der Entwicklung von Produkten, die uns Unsterblichkeit versprechen. Machen sie diese damit zum Produkt selbst? Der Dokumentarfilm lässt Menschen zu Wort kommen, die durch KI Verstorbene wieder zum Leben erwecken: Anhand von persönlichen Geschichten und bildgewaltig eingebettet, werden Entwickler sowie erste Nutzer*innen begleitet. Durch Chatsysteme können sie sich mit den Verstorbenen weiter unterhalten, ihnen in Videosimulationen sogar erneut begegnen. Joshua chattet mit dem digitalen Klon seiner ersten großen Liebe. Christi möchte wissen, wie es ihrem besten Freund im Himmel geht. Jang Ji-Sung möchte noch einmal ihre siebenjährige Tochter treffen, um sich zu verabschieden. Interviews mit den Entwicklern machen deutlich, dass sie die mit ihren Produkten einhergehende Verantwortung nicht anerkennen.

Ein erhellender Dokumentarfilm über technische Möglichkeiten und ethische Unmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz.

Fotos: farbfilm Verleih, Berlin

Die Buchvorlage
Moritz Rieseweck, Hans Block: Vom Ende der Endlichkeit
Unsterblichkeit im Zeitalter künstlicher Intelligenz
Goldmann Verlag, München  2022
Paperback, Klappenbroschur (Originaltitel: Die digitale Seele)
400 Seiten / ISBN: 978-3-442-31662-5 / 15 Euro

Themen

Kapitalismus   |  künstliche Intelligenz   |  Forschung und Entwicklung   |  Trauer   |  Religion   |  Verantwortung   |  Zukunft   |  soziale Medien

Fächer

Deutsch   |  Philosophie   |  Englisch   |  Informatik   |  L-E-R   |  Digitale Welten   |  Psychologie

»Ausgangspunkt ist die Website ›Project December‹ des Programmierers Jason Rohrer, die es mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz möglich macht, virtuell Kontakt mir Verstorbenen aufzunehmen und mit Textnachrichten mit ihnen zu kommunizieren. Es ist ein kluger, anekdotischer Einstieg in eine zunehmend philosophische Betrachtung, was es bedeutet, Mensch zu sein in einer Welt, die mehr und mehr von Technologie bestimmt und gesteuert wird. Was ist die Seele – wenn es längst Firmen gibt, die mit eigenen Algorithmen dem auf die Spur kommen wollen, was uns ausmacht? Im Kern steckt ebenso aber auch ein Film über die Auswüchse des Turbokapitalismus, mit dem die letzten Grenzen eingerissen werden, womit man Geld verdienen kann, auch wenn man es vielleicht nicht sollte.«
Thomas Schultze, The Spot media & film, München

»›Eternal You‹ gewährt einen faszinierenden und erhellenden Blick auf den Stand der Dinge in Sachen KI. Die Dokumentation regt stark zum Nachdenken an und ermöglicht es dem Publikum, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln, der irgendwo zwischen Faszination und durchaus unwohligem Grusel liegen durfte. Noch überwiegt die Skepsis, denn die Algorithmen, die die Toten zum Leben erwecken, verfügen nicht einmal annähernd über wirkliche Intelligenz. Allerdings lässt die Äußerung eines Software-Entwicklers aufhorchen, was die Zukunft anbelangt: ›Wir können biologische Prozesse simulieren. Das ist der Schlüssel, etwas Lebensähnliches zu erschaffen‹.«
Gaby Sikorski, programmkino.de, Berlin

»Im Laufe des Films lernen wir Menschen kennen, die mit KI und Big Data arbeiten – und solche, die von dieser Arbeit Gebrauch machen. So hat der Programmierer und Spieleentwickler Jason Rohrer (Jahrgang 1977) das KI-basierte Project December gestartet, das Hinterbliebenen durch eine Simulation die Gelegenheit eröffnet, via App ›mit Toten zu sprechen‹ (beziehungsweise zu chatten). Die Verantwortung für die tiefgreifenden psychologischen Folgen dieser Erfahrungen weist er indes entschieden von sich. Wir erhalten Einblick in die Erlebnisse einzelner Personen, die sich auf das Experiment eingelassen haben – mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen.«
Andreas Köhnemann, kino-zeit.de, Mannheim

»›Eternal You‹ umkreist, verstärkt mit filmischen Mitteln wie einer zwischendurch immer wieder aus der Drohnenperspektive auf Wälder und Friedhöfe herabschauenden Kamera und der Musik von Gregor Keienburg und Raffael Sey­fried, sein Sujet. Das Urteilen überlassen Riesewieck und Block den Zuschauern: keine einfachen Antworten, kein einordnender Off-Kommentar [...] ›Eternal You‹ provoziert Diskussionen zu möglichen Formen der Trauerarbeit und dazu, was Menschen menschlich macht. Was wäre das für eine Welt, in der windige Start-ups überall Rundum-sorglos-Pakete gegen die Sterblichkeit verkaufen?«
Jens Balkenborg, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Der Film ist gut darin, wichtige Fragen aufzuwerfen. Etwa wie sehr wir eine KI überhaupt verstehen. Es wird der Vergleich mit einem autonomen Auto herangezogen: In das wolle man ja auch nicht einsteigen, wenn man nicht absolut sicher sein könne, dass es sich so verhalte, wie es sich im Straßenverkehr verhalten soll. Im Umgang mit den KI-Persönlichkeiten der Verstorbenen ist das nicht anders.«
Peter Osteried, golem.de, Berlin

»Allerdings fehlt eine Einordnung in den größeren Rahmen. Es bleibt weitgehend ungeklärt, wie groß die Industrie in dem Bereich mittlerweile ist oder wie viele Kund*innen es gibt. Das mag daran liegen, dass das Phänomen noch zu neu oder spezifisch ist. Jedoch erzeugt die Dokumentation eine fast unheimliche Stimmung, die sich aus einer Faszination und einem Unbehagen vor den neuen Möglichkeiten zusammensetzt. In Teilen wird so die nüchterne Betrachtung und sachliche Einordnung vernachlässigt.
Dennoch ist ›Eternal You‹ eine sehenswerte und spannende Dokumentation, die eine Vorahnung für unseren künftigen Umgang mit Trauer entwirft und weder ausschließlich technikoptimistisch noch technikpessimistisch daherkommt.«
Marcus Müller, merz | medien + erziehung, München


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